Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf entschuldigte sich im Namen des Bundes bei Jugendlichen, die bis 1981 ohne Prozess weggesperrt wurden. Diese «administrativ versorgten Jugendlichen» waren Personen, die stark verhaltensauffällig waren.
Weggesperrte Frauen: das Schicksal von Gina Rubeli
1970 sitzt eine 18-jährige Frau im Gefängnis – ein ganzes Jahr lang unter Mörderinnen, Totschlägerinnen und Räuberinnen. Gina Rubeli hatte gegen ihre Eltern rebelliert und einen Selbstmordversuch gemacht. Schliesslich wurde sie amdinistrativ versorgt. Gina Rubeli ist eine von vielen „Liederlichen“ und “Arbeitscheuen“, welchen es in den sechziger und siebziger Jahren ähnlich ging. Die Rundschau hat mit Gina Rubeli noch einmal die Frauenanstalt Hindelbank besucht. Könnte ein solcher Fall heute auch noch geschehen?
Unschuldig weggesperrt, zwangssterilisiert, verdingt – kommt jetzt die Wiedergutmachung?
Es ist ein dunkles Kapitel Schweizergeschichte: Mehrere 10'000 Kinder und junge Menschen wurden bis in die 80er-Jahre unschuldig in Gefängnissen und Anstalten „versorgt“. Sie galten als verwahrlost, liederlich, arbeitsscheu, stammten aus schwierigen Familienverhältnissen. Junge ledige Mütter wurden zur Abtreibung gezwungen oder auch zwangssterilisiert, Buben bei Bauern verdingt.
Wie haben Betroffene die leidvolle Geschichte erlebt? Kann eine offizielle Entschuldigung das erlittene Unrecht wiedergutmachen? Was erwarten die ehem. administrativ Verwahrten von Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf, mit welchen sie sich am Freitag im Frauengefängnis Hindelbank trifft?