Vier Jahre nach dem Tod eines fünfjährigen Mädchens in Wila ZH kommt der Fall vor das Geschworenengericht. Das Mädchen lebte in einer sektenartigen Gemeinschaft, soll über Jahre hinweg misshandelt und schliesslich zu Tode geschüttelt worden sein.
Die Erziehungsanstalt Rathausen, ausserhalb der Stadt Luzern gelegen, war eines der grössten Kinderheime der Schweiz. Rund 3500 Kinder, uneheliche, verarmte und verwaiste, haben in der Anstalt von 1883 bis 1989 einen Teil oder gar ihre ganze Kindheit verbracht. Geführt wurde das Heim im Auftrag des Kantons Luzern von einem Priester, ihm zur Hand gingen Klosterschwestern als Erzieherinnen. Dieses katholische Personal erzog die ihnen anvertrauten Kinder nach der Devise: Arbeit, Gebete und viele Schläge. Geschaffen wurde eine Kultur der Angst und der Lüge Und wem sich am Ende seiner Kindheit endlich die Klostertore öffneten, dem wurde eingebläut, bloss zu schweigen.