 | COMPACT-Magazin, Ausgabe September 2011 Bild: COMPACT-Magazin | |
Ein Koffer wird gepackt. Allerdings nicht für die Schulferien, um in eine sonnendurchflutete, heile Welt zu fahren. Dieser Koffer wird am Ende dieser Ferien gepackt und ist zum Schuljahresbeginn für die Berliner Grundschulen gedacht. Er führt die Kinder nicht auf blühende Wiesen und zum Wolkenkuckucksschlösser angucken, während man im Gras liegt und die Vögel zwitschern. Der Koffer führt in die Abgründe der Sexualität der Erwachsenen, mit denen diese schon nicht wirklich zurechtkommen, in denen sie sich selbst nicht wirklich gerne sehen und gesehen werden wollen.
Der „Medienkoffer“, von der sogenannten Bildungsinitiative Queer im Auftrag der rot-roten Senatsverwaltung erstellt, enthält 25 Bücher und ein Memoryspiel. Er soll ein „vielseitigeres Bild von Familie“ vermitteln. Dazu muss erst einmal die „antiquierte Vorstellung“ der traditionellen Familie demontiert und lächerlich gemacht werden. Das liest sich in einem der Bücher im Koffer etwa so: „Vor langer, langer Zeit sahen die meisten Familien in Büchern so aus: ein Papa, eine Mama, ein kleiner Junge, ein kleines Mädchen.“ Aha. Das war also vor langer, langer Zeit und ist nicht mehr so? Oder ist der Wunsch der Vater des Gedankens - dass die Familie nicht mehr so aussehen soll?
Ein Bilderbuch aus dem Koffer kommt ganz besonders putzig daher. In der Diktion der Brüder Grimm wird die Geschichte des Kronprinzen erzählt, der heiraten soll. Eine Prinzessin wird für diese Bestimmung gesucht. Aber keine gefällt dem Kronprinzen. Die verschiedensten Bewerberinnen stellen sich vor, aber keine gefällt ihm. Nicht die aus Texas, nicht die aus Grönland, nicht die aus Indien. Dann wird Prinzessin Liebegunde vorstellig. Auch nix. Schliesslich verliebt sich der heiratswillige Thronfolger in deren Bruder, den Prinzen Herrlich. Eine prächtige Hochzeit wird ausgerichtet. Gemeinsam regieren König und König das Land. Die Botschaft: Hetero ist out, aber dass man im Hochadel unter sich bleibt - das ist weiter in. Dagegen ist „Aschenputtel“ fortschrittlich.
In einem anderen Buch wird den Erstklässlern erklärt, wie das mit der Fortpflanzung bei gleichgeschlechtlichen Paaren funktioniert: „Weil aber zwei Frauen keine Kinder bekommen können, haben sie Stefan gefragt. Stefan ist schwul.“ Dann kommt natürlich die künstliche Befruchtung, und auch die müssen die Kinder kennen lernen: „Der Arzt tat dessen Samen in Mamas Bauch.“ Besonders lobend wird in der Presse immer die kindgerechte Sprache erwähnt. Wunderbar. Über den kindgerechten Inhalt darf nicht diskutiert werden. Völlig wurscht, ob die Kinder mit so etwas vielleicht überfordert sind oder das gar nicht wissen wollen... Die Kinder sollen mit Absicht ins Grübeln darüber gebracht werden, „wie es ist, wenn man nicht genau weiss, ob man männlich oder weiblich ist. Als Jugendliche können sie sich dann bewusst für eine sexuelle Identität entscheiden, so wie für eine Religion“ – gab die Koffer-Initiatorin Conny Kempe-Schälicke von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Bildung und Forschung, zum besten.
Die Trans- und Homsexualisierung der Berliner Grundschüler ist ein neues Projekt. Bereits seit dem Jahr 2006 sind aber Handreichungen zum Thema „Lesbische und schwule Lebensweisen“ in Kraft, die ab der 5. Klasse gelten – und das fächerübergreifend in Biologie, Ethik, Geschichte/Sozialkunde, Deutsch, Englisch und sogar Latein. Infomaterial wird gestellt, Hilfe bei der Vernetzung mit der örtlichen Homoszene angeboten. Vertreter/innen von Lesben- und Schwulenprojekten sollen eingeladen, Filmveranstaltungen und Projektwochen an den Schulen veranstaltet werden. Im Unterricht sollen die Kinder einen Orgasmus oder Selbstbefriedigung pantomimisch darstellen, natürlich vor der ganzen Klasse. Schüler der Sekundarstufe II sollen die Begriffe „Sado-Maso“ und „Darkroom“ schauspielern. In Sketchen geht es um ein „Coming Out“ – beim Abendessen muss der Jugendliche der ganzen Familie seine Homosexualität gestehen.
Auch für die Kindergartenkinder ist ein Medienkoffer bereits in Planung. Berlin ist Vorreiter, in Nordrhein-Westfalen will man nachziehen. Die Kampagne hat sich den hübschen Slogan „Schule der Vielfalt“ auf die Fahne geschrieben und will die traditionelle Familienstruktur ebenso in Frage stellen wie die Mann-Frau-Sexualität als gesellschaftliche Norm. Gender Mainstream ist das schwer übersetzbare Zauberwort für diese Umorientierung. Es bedeutet, dass das „soziale Geschlecht“ (engl. sex) nichts mit dem sozialen Geschlecht (engl. gender) zu tun habe – und letztes könne man nach Belieben wechseln. Die zentrale Koordinierungs- und Leitstelle der Interministeriellen Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming sitzt im Bundesfamilienministerium, hier arbeiten die Strategen dieser Ideologie. Das wissenschaftliche Aushängeschild ist das vom Familienministerium finanzierte Genderkompetenzzentrum an der Humboldt-Universität zu Berlin.
In fruchtbarer Zusammenarbeit entstehen so Broschüren und allerlei Aufklärungsmaterialien. Einer der bildungspolitischen Meisterwerke ist das Liederheft Nase, Bauch und Po für den Kindergarten. Eine Kostprobe gefällig? „.. wir haben eine Scheide, denn wir sind ja Mädchen. Sie ist hier unterm Bauch, zwischen meinen Beinen. Sie ist nicht nur zum Pullern da, und wenn ich sie berühr', ja ja, dann kribbelt sie ganz fein. 'Nein' kannst du sagen, 'Ja' kannst du sagen, 'Halt' kannst du sagen, oder 'Noch mal genauso', 'Das mag ich nicht', 'Das gefällt mir gut.', 'Oho, mach weiter so.'"
Ein Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom 1. bis zum 3. Lebensjahr leitete die Eltern dazu an, ihr Kind beim Saubermachen zwischen den Beinchen zu kitzeln, streicheln und liebkosen und beklagt auf Seite 27: "Scheide und vor allem Klitoris erfahren kaum Beachtung durch Benennung und zärtliche Berührung (weder seitens des Vaters noch der Mutter) und erschweren es damit für das Mädchen, Stolz auf seine Geschlechtlichkeit zu entwickeln." Ganz besonders begrüssenswert wäre es, wenn auch Väter, Onkel, Grossmütter oder Kinderfrauen diese Broschüre lesen und sich angesprochen fühlen würden, heisst es auf Seite 13. Nun, wenn der liebe Onkel das macht, und das solchermassen „beglückte“ Kind diese Zuwendung des Onkels vielleicht im Kindergarten erzählt, hat der liebe Onkel ganz flott ein massives Problem.
Der Widerstand gegen den Grundschul-„Medienkoffer“ ist schwach. Sascha Steuer, bildungspolitischer Sprecher der CDU Berlin, hält ihn sogar für kindgerecht. Wenigstens der Deutsche Lehrerverband versucht schüchtern, sich der sexuellen Vereinnahmung der Kinder ein wenig entgegenzustellen. Er beruft sich auf das Grundgesetz, nach dem Ehe und Familie unter dem besonderem Schutz unserer Verfassung stehen und das den Eltern vorrangig das Recht auf die Erziehung ihrer Kinder zuspricht. Doch seit wann hält sich der Staat noch an das Grundgesetz? Längst gibt es Wichtigeres.
Rückendeckung zur Durchsetzung des Neuen Menschen gibt es aus der Europäischen Union, wie könnte es auch anders sein. Das Europaparlament hat sich mit einem Beschluss mit der Nummer B6-0025/2006 vom 18. Januar 2006 zum Ziel gesetzt, die „Homophobie“, also die Ablehnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen, „auszumerzen“. Schon die Bezeichnung „Homophobie“ impliziert eine krankhafte, therapiebedürftige geistige Störung, und „ausmerzen“ lässt erahnen, dass die Kampagne jeden Widerstand notfalls mit Repression und Gewalt brechen wird.
Die Nazis und Kommunisten des 20. Jahrhunderts haben ihre faschistoiden Ideologien noch offen brutal umgesetzt. Alle diese Du-bist-nichts-das-XYZ-ist-alles-Ideologien wollen immer den „Neuen Menschen“ erschaffen, was immer die Ausmerzung derer erfordert, die nicht dazugehören. Irgendwann aber lassen sich die Menschen nicht mehr einschüchtern. Wenn der Leidensdruck zu gross wird, wenn sie nichts mehr zu verlieren haben, stehen sie auf und fürchten selbst den Tod nicht mehr.
Man hat dazugelernt. Die Umerziehung zum Neuen Menschen kommt auf leisen Sohlen und wird mit Anreizen schmackhaft gemacht. Warum die Bedürfnisse der Menschen unterdrücken und sie darben lassen? Das führt nur zu Aufständen. Im Gegenteil. Befriedige jedes Bedürfnis, beschäftige die Menschen mit ihren Trieben und ihrer Gier, mach sie so verrückt, dass sie nicht mehr wissen, ob sie Männlein oder Weiblein sind. Lass sie nicht zum Nachdenken kommen, gib ihnen buntes, blinkendes Spielzeug und genug zu fressen. Besetze ihre Gehirne mit Propaganda und dummem Entertainment. Sie werden dankbare Sklaven sein.
Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus COMPACT-Magazin, September 2011. |