 | Er entschuldigte sich: Rowan Williams. Bild: Keystone | |
Rowan Williams hat sich für seine Äusserungen zum Missbrauchsskandal entschuldigt. Er empfinde «tiefe Reue und Bedauern» erklärte der Erzbischof von Canterbury am Samstag. Zuvor hatte Williams in einem Interview mit dem britischen Sender BBC gesagt, der Skandal sei für die katholische Kirche in Irland ein «kolossales Trauma», durch das sie «all ihre Glaubwürdigkeit» verloren habe.
Williams entschuldigte sich in einem Schreiben an den Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, für die «Schwierigkeiten», die durch seine Bemerkungen ausgelöst worden sein könnten. Martin hatte zuvor schockiert auf die Aussagen von Williams reagiert. Er habe sich selten persönlich so entmutigt gefühlt, sagte er.
Die Anschuldigungen erschütterten auch die Menschen, die derzeit dafür kämpften, dass die Missbrauchsfälle aufgedeckt und die Täter bestraft würden. Auch der anglikanische Erzbischof von Dublin, John Neill, kritisierte seinen direkten Kollegen Williams.
Rund 14'500 Opfer
Die katholische Kirche Irlands wird schon seit längerem von zahlreichen bekannt gewordenen Missbrauchsfällen erschüttert. Laut einem Untersuchungsbericht vertuschten katholische Würdenträger jahrzehntelang Vergewaltigungen und Misshandlungen von Minderjährigen durch Geistliche, insgesamt ist von 14'500 Opfern die Rede.
In der Zwischenzeit traten Fälle von Misshandlungen auch in anderen Ländern, darunter in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Italien und Frankreich ans Tageslicht.
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